1. Mai Wanderung am 01.05.2011

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Weilrod grenzt im Norden an die Gemeinden Weilmünster (Landkreis Limburg-Weilburg) und Grävenwiesbach, im Osten an die Stadt Usingen, im Süden an die Gemeinden Schmitten (alle im Hochtaunuskreis) und Waldems (Rheingau-Taunus-Kreis) sowie im Westen an die Stadt Bad Camberg und die Gemeinde Selters (beide Landkreis Limburg-Weilburg).

  1. Landsteiner Mühle: Früher an der Mündung eine kleine Ortschaft , um 1515 sogar kleiner Wallfahrtsort. Nach dem die Kirche zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde – Steine zum Bau der Hugenottenkirche in Usingen. Jahrhunderte lang wurde eine Mahlmühle betrieben. Müllerfamilie mit langer Tradition Familie Busch – später dann Gaststätte Zänkwisse.
  2. Grenzweg führt weiter den jetzigen Weiltalweg nach Schmitten „Burg Weilstein“ Neubau aus dem Jahre 1928/30 Erbauer, Brauereibesitzer Hilsmann aus Weilburg – in den 70er Jahren Ivan Rebroff. Wiesen und das Tal unterhalb heißt „Schuhbach“.Die Burg liegt zwischen Schmitten-Hunoldstal und Merzhausen auf einem idyllischen, 4,9 Hektar großen und absolut uneinsehbaren Waldgrundstück. Der massive und imposante Bau schmiegt sich eng an den wilden Felshang des über das Weiltal nach Osten weisenden Gebirgsstocks am Fuße des Pferdekopfs.

Burg Weilstein wurde 1928 bis 1930 von einem lokalen Brauereibesitzer erbaut. Die Planer orientierten sich dabei an festungsartigen Burgen im Weiltal, die bereits im Hochmittelalter errichtet wurden. Das Gebäude wurde auf einem Plateau errichtet, wo eine harte Schieferformation aus dem Taunus heraus tritt. Ein alter Steinbruch wurde erweitert und die geschlagenen Natursteine für das Mauerwerk der Burg verwendet. Das Gebäude passt sich bestens an die natürliche Umgebung an und wirkt, als sei es aus dem Berg heraus gewachsen.

Sie erreichen die Burg Weilstein über einen Privatweg. Nachdem Sie die Weil überquert haben, schlängelt sich der Weg hangaufwärts durch den dicht bewachsenen Wald. Vor Erreichen der Burg durchfahren Sie einen aus Bruchstein gebauten Torbogen. Erst von hier aus lässt sich die Burg mit Ihrem grün oxydierten Kupferdach und den Zwiebel- und Spitztürmen erblicken. Im Außenbereich des Anwesens befinden sich neben einer Sauna auch eine Voliere sowie mehrere Freisitze mit Laternen, von denen aus Sie die Natur und das harmonische Umfeld des Taunus genießen können. Auf dem befestigten Vorplatz gibt es ausreichend Stellplätze für einen größeren Fuhrpark. Die 387 m² Wohnfläche verteilen sich auf vier Ebenen. Neben den Wohnbereichen steht Ihnen auch ausreichend Platz im Keller als Stauraum zur Verfügung. Die Burg Weilstein betreten Sie über eine geschwungene Treppe, die sich zum mit Efeu bewachsenen Eingangsbereich hin zum Torbogen wandelt. Die massive, mit Metallbeschlägen versehene dunkle Eichentür wird von zwei Laternen über Burgwappen eingerahmt. Beim Betreten der Burg fühlen Sie sich in eine andere Zeit versetzt. Besonders hervorzuheben sind die in handwerklicher Feinarbeit erstellten Details, z.B. das in Holz geschnitzte und mit Ornamenten verzierte Treppengeländer. Aber auch das 44 m² große Schlafzimmer mit seinem angeschlossenen Badezimmer besticht durch seine geschmackvolle Gestaltung, die Verwendung hochwertiger Bodenbeläge und den Einsatz von Marmor im Badbereich. Den Lebensmittelpunkt bietet das großzügige Wohnzimmer mit seinem Kamin und dem Runderker, von dem aus Sie einen wundervollen Blick in die Natur haben. Rückzugsmöglichkeiten bietet Ihnen die Bibliothek, in der Sie an Ihrem Schreibtisch vor der großen Fensterfront in entspannter Atmosphäre lesen oder arbeiten können.



Burg Weilstein
In den vergangenen Jahrhunderten ließen sich Adlige wie reiche Bürger immer wieder im lieblichen Weiltal nieder. Inspiriert von den Burgen und Schlössern rechts und links der Weil bauten sich die betuchten Herrschaften ihren eigenen Turm oder ein festungsähnliches Haus.

So entstand zwischen 1928 und 1930 die Burg Weilstein, die von einem reichen Brauereibesitzer auf einer Anhöhe mitten im Wald, zwischen Hunoldstal, Treisberg und Altweilnau erbaut wurde. Die Maurer der umliegenden Dörfer schufteten hart für ihr Geld, denn der Neubau sollte nach Fertigstellung wirken, als wenn eine Burg aus dem Fels gewachsen wäre. Um dies zu bewerkstelligen, karrten die Männer aus einem nahen Steinbruch Natursteine heran, die im Mauerwerk verbaut wurden. Es entstand eine neue Burg nach altem Vorbild.

Leider hatte der Brauereibesitzer ein kaltes Herz und war ein garstiger Mensch. Forderten die Arbeiter ihren gerechten Lohn, fand der Burgherr immer neue Baufehler und verweigerte die Bezahlung. Dies führte zu Streitigkeiten, so dass die Männer letztendlich nur eine geringe Entlohnung erhielten. Nicht anderes erging es den Waldarbeitern, die den schönen alten Baumbestand rings um das Anwesen fällen mussten. Von dieser Zeit an wollte niemand mehr etwas mit dem Brauer zu tun haben und in den umliegenden Ortschaften weigerten sich die Wirte sein Bier zu verkaufen.

Eines Tages, zog ein schweres Unwetter über das Weiltal. Ein Straßenmusikant, der mit seinem treuen Hund auf dem Weiltalweg unterwegs war, wurde von den stürmischen Böen überrascht. Vom Tale erspähte er die Burg Weilstein und rannte mit Sack und Pack, den Hund neben sich, den Weg hangaufwärts. Zunächst passierte der Musiker einen aus Bruchstein gebauten Torbogen. Beruhigt tätschelte er den Kopf seines Hundes und flüsterte: „Schau nur, was für ein schönes Anwesen. Hier werden wir sicher sein, bis der Sturm vorüber ist.“

Mittlerweile peitschte der Regen gegen die Fensterscheiben. Über eine geschwungene Treppe erreichte der Wandermusiker den Eingang und läutete. Ein Angestellter öffnete die schwere Holztür. Flink huschte der Hund am Diener vorbei, noch bevor der völlig durchnässte Besucher sein Anliegen vorbringen konnte. Widerstrebend ließ der Hausangestellte ihn ins Haus eintreten.

Zum gleichen Zeitpunkt paffte der reiche Hauseigentümer in seinem Rauchersalon eine dicke Havana nach der anderen. Huldvoll lobte er sich für seine Gerissenheit den dummen Arbeitern gegenüber. Recht heimtückisch hatte er sie über den Tisch gezogen und somit seine Baukosten niedriger halten können als geplant. Mit seiner Selbstherrlichkeit war es vorbei, als er von der Ankunft des Straßenmusikers erfuhr. Tobend und fluchtend stieß er böse Verwünschungen gegen seinen Diener aus. In ihm reifte ein boshafter und gemeiner Plan. Mit tiefgrollender Zornesstimme knurrte er: „Von diesem ungebildeten, dämlichen Landvolk gibt es einfach zu viele. Da fällt einer mehr oder weniger gar nicht auf.“

Gnädig und mit falscher Freundlichkeit lud der Brauereibesitzer den Musiker ein sein Gast zu sein. Mit trockener Kleidung ausgestattet, erfolgte ein Gruß aus der Küche mit Köstlichkeiten, die sich der arme Mann nie im Leben hätte leisten können. Das Bier servierte der Gastgeber selbst und schickte alle Angestellten aus dem Raum. Am festlich gedeckten Tisch saßen sich die ungleichen Männer gegenüber. Zu Füßen seines Herrns hatte es sich der treue Hund gemütlich gemacht. Voller Dankbarkeit schmetterte der Barde einen musikalischen Tost und setzte den Krug an die Lippen. Unerwartet sprang der Hund auf seinen Schoß, zog an seinem Arm, bis er den Krug zu fassen bekam und schlabberte selbst das Bier aus. Daraufhin fiel er tot zu Boden. Bestürzt ließ sich der Musiker neben seinem lieben Freund nieder und streichelte ihn zum letzten Mal. Leise flüsterte er: „Verehrter Herr, das Bier war vergiftet. Sollte eurer eigenes Bier euch den Tod bringen? Wieso sollte dies jemand wollen? Wart ihr doch so nett zu mir und meinem treuen Freund.“

Zusammengesunken hockte der Brauereibesitzer in seinem schweren Eichenstuhl und erkannte, das er zu weit gegangen war. Selbst in der schlimmsten Stunde hatte der Musiker nicht das schlechte Herz des Brauers erkannt.

Voller Trauer verabschiedete sich der gebrochene Mann und zog weiter gen Altweilnau. Welche Strafe der ruchlose Brauereibesitzer bekam, erfuhr der Musiker nie. Heute zeugt ein hoher Zaun davon, dass er Zeit seines Lebens angst vor den Bewohnern der umliegenden Ortschaften hatte.
Viele Jahre später erwarb ein bekannter Sänger das Anwesen und man munkelt, das es sich um einen Nachfahren des Straßenmusikers handelt, dem der Brauereibesitzer dieses Anwesen aus Schuldgefühlen hinterließ. Wer ganz still ist, kann heute im Haus noch leise musikalische Klänge vernehmen.

Geschrieben von Sabine Huschke, anlässlich für 1. Mai Wanderung 2011 der Dorfgemeinschaft Altweilnau