Altweilnauer Hofoper

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4. Altweilnauer Hofoper - Heinrichs Heimkehr
eine mittelalterliche Zeitreise auf die Burg Weilnau

Szenische Lesung mit Musik -  Text und Regie von Dr. Rolf UmbachHeinrichs Heimkehr 1. Probe

Aufführungen am
Generalprobe, Mittwoch, 06.07.2016 um 18.00 Uhr
Freitag, 08.07.2016 um 19:30 Uhr
Samstag, 09.07.2016 um 19:30 Uhr
Sonntag, 10.07.2016 um 18.00 Uhr


Wie bei den letzten Aufführungen wird wieder das "Umbachsche Amphitheater" des alten Pfarrhauses unterhalb der Burganlage genutzt. Diesmal wird der Zuschauer in das mittelalterliche Weilnau um ca. 1280 entführt. Quasi einem heimatlichen Geschichtsstück, in dem es um die Irrungen und Wirrungen der Liebe geht.

Zum Stück:
Während eines Gesprächs mit der Wirtin des Gasthauses am Landstein berichtet Ritter Etto, der von seinem Knappen Meusewin begleitet wird, dass Graf Heinrich von Weilnau auf dem Rückweg nach Weilnau sei. Jahrelang kämpfte er im Heiligen Land und bat den Minnesänger Ritter Etto vorauszureisen, um seiner Frau Eleonore die nahende Ankunft zu verkünden.
 
Diese hatte sich allerdings während der langen Abwesenheit dem Pater Joducus zugewandt. Als sie nun von der Heimkehr ihres Gatten erfährt, beratschlagen die beiden, wie sie ihre heimliche Liebe retten könnten.

Der findige Pater besucht Ritter Kuno von Reifenberg, der als Raubritter bekannt ist und überzeugt ihn, für dessen adligen Sohn die junge Anna, Tochter der Peternelle von Weilnau zu entführen. Beide erhoffen sich dadurch ein "gutes Geschäft". Der eine hofft durch einen Kampf den lästigen Heimkehrer vom Hals zu haben, der Reifenberger wünscht sich eine Vermählung der Häuser Weilnau und Reifenberg. Da die Weilnauer weitaus angesehener in der Gesellschaft sind, als die Reifenberger.Doch statt der Tochter, wird die Mutter Peternelle, Schwester der Eleonore nach Reifenberg entführt.
 
Derweil bereitet Eleonore daheim ein Burgfest für den heimkehrenden Gatten vor. Mit Musik, Gesang und Tanz (mittelalterliche Darbietungen durch die Danzerey Burg Weilnau und dem Frauenchor) soll dieser empfangen werden. Ihr aber steht der Sinn weder nach Tanz noch Musik, denn für die Burgherrin ist nach vielen Jahren ohne Nachricht der eigene Mann zu einem Fremden geworden und lieber möchte sie weiterhin mit dem Pater Joducus zusammen sein.
 
Da gibt sich Heinrich zu erkennen, bedroht den Geistlichen, der mehr für seine Gattin empfindet, als es einem Geistlichen gestattet ist. Als kampferprobter Ritter zieht er kurzerhand sein Schwert, doch in diesem Moment betritt Suleika, die heimliche Geliebte von Heinrich mit ihrer Freundin Samira die Bühne. Heinrich weigert sich diese anzuerkennen. Hier ergreift Ritter Etto seine Chance. Huldvoll besingt er die schöne Suleika, die sich von Heinrich abwendet und gern bei ihm bleiben will.
 
Derweil beschließt Eleonore ihrem Leben ein Ende zu setzen. Heinrich macht sich auf die Suche, findet sie im nahen Weilnauer Wald und bietet ihr einen gemeinsamen Neuanfang an. So nimmt das Happy End seinen Lauf, denn sie stimmt dem zu. Auch Ritter Kuno von Reifenberg ist voller Freude, da die holde Peternelle von Weilnau seine Gattin wird. Am Ende bitten die drei glücklichen Paare das Publikum zur Feier in den oberen Garten des Anwesens.
 
Auch für dieses Stück werden wieder über 50 Mitwirkende aus Altweilnau dabei sein. Die 26 Musikstücke der neuen Hofoper sind dem Glogauer Liederbuch entnommen, einige dem Lochamer Liederbuch. Beide Liedsammlungen entstanden in der Zeit von 1450 bis 1480 und wurden durch mittelalterliche Instrumente eingespielt. Die musikalischen Interpretationen wurden wie auch in den Jahren zuvor wieder von Dr. Umbach zusammengestellt.


Erste Pressestimmen aus 
Taunus Zeitung

Usinger Anzeiger


Hier ein paar Impressionenen von den Kostümproben      
   

 

3. Altweilnauer Hofoper - Mondspiegel

Theaterensemble, Foto Sabine Neugebauer
Ein Spiel aus Zauberei um Liebe und um große Politik

Szenische Lesung mit Musik von Johannes Rosenmüller 
Text und Regie nach Motiven von E.T.A. Hoffmanns "Goldenen Topf" von Dr. Rolf Umbach 
 

Der Kultur- und Förderkreis Burg Altweilnau e.V. lud im Juli 2014 zur 3. Altweilnauer Hofoper in das Altweilnauer Amphitheater im Garten des alten Pfarrhauses in Altweilnau, unterhalb des Burgaufgangs ein. 

Drei ausverkaufte Aufführungen bereicherten in diesem Jahr den Altweilnauer Kulturkalender und begeisterten das Publikum. 

Bis heute gilt die Novelle »Der goldne Topf« von E. T. A. Hoffmann als eines der bedeutendsten Werke des Vertreters der Romantik. Zu den Besonderheiten der Novelle gehören die sehr unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten oder auch die Gliederung in 12 sogenannte »Vigilien« (Vigil = Nachtwache bzw. Nachtgebet). Den zeitlichen Rahmen der Märchen-Novelle bildet das frühe 19. Jahrhundert.

Die Veröffentlichung der Novelle ist auf das Jahr 1814 datiert. Somit fiel der Zeitpunkt der Altweilnauer Hofoper auf ein besonderes Jubiläum:  Zu Ehren des großen Schriftstellers E.T.A. Hoffmann wurde die romantische Novelle "Der Goldene Topf" anlässlich des 200. Geburtstags in die Jetztzeit versetzt. Etwas modischer gewandet erlebte der Goldene Topf als "Mondspiegel" eine Uraufführung ala Altweilnau.

Zum Stück:

Richtiger wäre wohl, von einer Variante auf Hoffmanns Märchen "Der goldene Topf" zu sprechen, denn Dr. Umbach hat vom Handlungsstrang des Goldenen Topfs nur die Personen und einige Episoden aufgegriffen, sie mit eigenen Einfällen verbunden und daraus ein Theaterstück kreiert, das sich in die Tradition der Altweinauer Hofoper einfügt. 

Die Bezeichnung Hofoper ist mit Augenzwinkern zu verstehen. Natürlich handelt es sich dabei um eine Anspielung auf die Wiener Hofoper, auch sie findet in einem Hof statt - dem Hof des alten Pfarrhauses von Altwelnau, der, allerdings, bietet mit seiner geschwungenen Steintreppe und dem Garten, in dem nach der Vorstellung Schauspieler und Zuschauer das Stück gewissermaßen frei improvisierend fortsetzen, eine ganz besondere Kulisse. Die Bezeichnung "Oper" ist zwar ebenfalls eine ironische Anmaßung, doch tatsächlich spielt die Musik bei den Altweilnauer Hofopern eine besondere Rolle. 

Es hätte nahegelegen, auch bei der Musik auf E.T.A. Hoffmann, der einige Opern komponierte, zurückzugreifen. Hoffmanns Opernmusik ist jedoch, so wie etwa die von Carl Maria von Weber zum Freischütz, ganz von ihrer Zeit, der Romanitk, geprägt und passt gar nicht zum Mondspiegel. 
Den Mondspiegel könnte man keinesfalls in Geist und Stimmung in die Romantik zurück versetzen. Zwar wird in ihm ein Zaubertrank gebraut, transzendente Botschaften empfangen, Tiere sprechen und handeln und eine kleine grüne Schlange wird in eine schöne junge Frau zurück verwandelt. Das aber ist mit viel Ironie durchsetzt und verlangt nicht, dass man es für möglich hält. Im Prolog wird gesagt, wie die Phantaserei zu verstehen ist:

... öffnet Eure Ohren jetzt
und schaut genauer hin
und ihr erkennt im Spaß zuletzt
vielleicht doch etwas Sinn.

Welchem Zweck dient die Musik und von wem und aus welcher Zeit stammt sie?
Die Musik soll zunächst einmal Atmosphäre schaffen und die Handlung interpretieren. Dazu musste Musik gefunden werden, die weniger bekannt und nicht mit einer Oper verbunden ist. Auch sollte der heitere Charakter des Mondspiegels ausgedrückt werden, daher wählte Rolf Umbach Musik aus dem Barock.

Die meisten der Stücke sind der Sonatensammlung von Johannes Rosenmüller (1617-1684)  entnommen. Für den Hexentanz im 2. Akt fand sich ein Stück von Andreas Hammerschmidt. Für den Prolog –Sopransolo-,  wie für das Huldigungslied im 5. Akt, wurden Kompositionen von Adam Krieger mit einem neuen Text unterlegt. Das Chorlied "Kum, kum geselle min..." komponierte Adam de la Halle. Alle Stücke wurden digital eingespielt. 

Pressebericht der Taunuszeitung
Pressebericht des Usinger Anzeigers


2. Altweilnauer Hofoper - Theseus

Szenische Lesung mit Musik von J.B. Lully
Text und Regie in freier Anlehung an Ovid und Ph. Quinault (Paris 1675) von Dr. Rolf Umbach 

Der Kultur- und Förderkreis Burg Altweilnau e.V. lud im Sommer 2012 zur 2. Altweilnauer Hofoper unterhalb der Burganlage in das Amphitheater des alten Pfarrhauses ein. Über 70 Altweilnauer im Alter von 5 Jahren bis knapp 90 Jahren wirkten bei der Aufführung mit.

Den Text zur Hofoper hatte Dr. Rolf Umbach unter freier Anlehnung an die Oper Theseus von Jean Baptiste Lully geschrieben. Lully hatte diese Oper 1675 für Ludwig XIV komponiert. Das Libretto dazu stammte von Phippe Quinault, der den Stoff in der Antike, bei Plutarch und Ovid, gefunden hatte.
 
Nach den ausverkauften Aufführungen im Juni wurde eine weitere Zusatzvorstellung im August angeboten.
 
Eine Bildergalerie mit den schönsten Momentaufnahmen finden Sie hier. Ein herzlicher Dank für die Bereitstellung der Bilder geht an Peter Michel.
 
Zum Stück:
Theseus hat ein Räuberheer vertrieben, das aufgebrochen war, um Athen zu plündern. König Ägäus will ihn dafür mit Gold belohnen. Doch Theseus hat nicht um Lohn gekämpft. Er hat einen anderen Wunsch: die Hand der schönen Agilea. In die aber ist Ägäus verliebt. Er kann dem Retter seiner Stadt den Wunsch nicht geradenwegs abschlagen und sucht nach einem Ausweg. 
Medea, die Zauberin kommt ihm dabei zur Hilfe. Sie hat sich in den Helden verliebt und ist sicher, dass es ihr gelingen wird, seine Gegenliebe zu gewinnen. Damit wäre Agilea wieder für Ägäus frei. Theseus ist in der Schlacht verwundet worden. Medea bietet ihre Hilfe zur Heilung seiner Wunde an. Dafür muss ihr Theseus in die Unterwelt folgen. Theseus nimmt zwar ihr Angebot an, doch nichts kann ihn von seiner Liebe zu Agilea abbringen. Als Medea das erkennt, versetzt sie ihn in einen todesähnlichen Schlaf, in dem sie ihn mit Fieberphantasien quält, um ihn noch umzustimmen. Agilea wartet indes vergeblich auf die Rückkehr des Geliebten. In ihrer Sorge um ihn sucht sie die Hilfe der Göttin Athene. Die fordert sie auf, in die Unterwelt hinabzusteigen und Theseus aus der Macht Medeas zu befreien. Agilea nimmt das Wagnis auf sich. Sie weckt Theseus auf und beide fliehen aus der Unterwelt. 
 
Medeas Liebe schlägt in Haß um. Theseus muss sterben. Sie rät König Ägäus, ein großes Fest zu geben, bei dem er Theseus zum Mitregenten ausrufen soll. In den für Theseus vorgesehenen Pokal wird sie zuvor Gift geschüttet haben. Als Theseus dem König Treue und Gefolgschaft schwört, erkennt Ägäus, dass Theseus sein Sohn ist. Ägäus wird  von Schuldgefühlen erfasst, verbannt Medea aus Athen und, um sie daran zu hindern, weitere Untaten zu begehen, wird er als ihr Bewacher, mit ihr gehen. Athene erscheint, führt Theseus und Agilea als Mann und Frau zusammen und erklärt sie zu König und Königin von Athen.  
 
Im Prolog heißt es: dies Spiel um Macht und Liebe sei zwar in längst vergangene Zeiten versetzt, doch passe man auf, dann spiele es jetzt. Denn so ist es doch: Immer wieder verschmelzen Liebe und Machtstreben zu einem gefährlichen Gebräu, an dem die, die es anrichten, oft selbst zugrunde gehen und dabei ganze Völker mit sich ziehen. Doch es gibt auch die anderen, die ihnen entgegen treten und sich selbst und ihre Mitmenschen vor diesem Schicksal bewahren.  


Der Film zum Theaterstück:
Zum Theaterstück wurde eine passende DVD erstellt. Wenn Sie Interesse am Film haben, wenden Sie sich bitte an den Kultur- und Förderkreis Burg Altweilnau e.V. Telefon: 06083.94 02 80


1. Altweilnauer Hofoper - Amor und Psyche

Szenische Lesung mit Musik von Lully
Text frei nach Molière von Dr. Rolf Umbach

Regie: Uschi Flacke

 

Zu den Höhepunkten im diesjährigen Kulturkalender von Weilrod zählte die erstmalige Veranstaltung "Literatur im Hof" im Ortsteil Altweilnau. Das besondere Ambiente der Burganlage und die romantischen Höfe boten ein buntes Programm aus Lesungen von Schriftstellerinnen und Schriftstellern aus der näheren Umgebung und luden alle Interessierten dazu ein, nicht mehr genutzte Bücher über einen kostenlosen Büchertauschmarkt an andere Interessierte weiterzugeben.

Zur Eröffnung dieses neuen Kulturformats wurde am 23.07.10 das Stück "Amor und Psyche" uraufgeführt. Zur ersten "Altweilnauer Hofoper" wurde eine Szenische Lesung mit Musik nach Lully und dem Text frei nach Molière geboten.

Das Besondere: Es ist eine deutsche Erstaufführung! Ganz in Altweilnau entstanden und von Altweilnauern vorbereitet, gestaltet und auf die Bühne gebracht!
Gespielt wurde im hübschen Innenhof des aufwendig restaurierten alten Pfarrhauses am Burgaufgang unter der Regie der bekannten Autorin Uschi Flacke. 


Zum Stück:

Nach dem Märchen von Amor und Psyche: Psyche ist eine Königstochter von so strahlender Schönheit, dass sich alle Welt ihr zukehrt und sich von Venus, der Liebesgöttin abwendet. Daher befiehlt Venus ihrem Sohn Amor, Psyche mit einem seiner Pfeile dazu zu bringen, sich in den niederträchtigsten aller Männer zu verlieben und anschließend zu erfahren, dass sie betrogen und verachtet wird.
 
Doch Amor verliebt sich selbst in Psyche und lässt deren Eltern durch einen Orakelspruch Apollos auftragen, sie müssten ihrer Tochter Totengewänder anlegen und sie zu einer einsamen Bergspitze bringen, wo sie von einem Drachen als Braut entführt würde. Von der Bergspitze trägt sie aber Zephyr, der sanfte Westwind, im Auftrag Amors in einen prächtigen Palast, den Amor hat errichten lassen. Dort mangelt es Psyche an nichts, aber sie muss Amor versprechen, nachts kein Licht zu entzünden.
 
Psyche, die sich sofort in Amor verliebt hat, sagt das gerne zu, bittet aber zu erlauben, dass ihre Schwestern sie einmal besuchen. 
 
Bei diesem Besuch wecken die Schwestern in Psyche den Argwohn, ihr Geliebter könne am Ende doch ein Ungeheuer sein. Psyche will sich Gewissheit schaffen. Sie stellt sich eine Leuchte her und tritt damit, als der Geliebte schläft, an sein Bett und entdeckt dort Amor in seiner Göttergestalt. Psyche ist von diesem Anblick so überwältigt, dass ihre Hand zittert und sie heißes Öl auf den Schlafenden vergießt. Amor wird vor Schmerzen wach und ist von ihrem Misstrauen so tief enttäuscht, dass er sie fortschickt.
 
Die verzweifelte Psyche versucht, sich das Leben zu nehmen, wird aber durch Venus daran gehindert, die sich an ihr rächen und sie strafen will. Neptun, der Flussgott, kann das Schlimmste verhindern und Venus dazu überreden, Psyche in die Unterwelt zu schicken und dort von Proserpina, (der Göttin des Totenreichs) eine kleine Dose mit Schönheitssalbe zu erbitten. 
 
Psyche reist in die Unterwelt, erhält die Salbe und wird von Proserpina gewarnt, die Dose zu öffnen. Als sie die Unterwelt wieder verlassen hat, meint sie, die Gefahr sei vorüber und öffnet das Gefäß. Darauf fällt sie sofort wie tot zu Boden. 
 
Amor aber, der seinen Groll längst vergessen hat, ist in der Nähe und erweckt sie wieder zum Leben. Von nun an will er sich nie mehr von ihr trennen. Mit seinem Entschluss, Psyche zu heiraten, erzürnt er Venus so sehr, dass sie Jupiter herbeiruft, um Amor zur Vernunft zu bringen. Amor erinnert Jupiter an seine eigenen sterblichen Geliebten und droht damit, keine Liebespfeile mehr zu verschießen und damit Göttern und Menschen ihr größtes Glück zu nehmen. Darauf wird Psyche von Jupiter in den Kreis der Unsterblichen aufgenommen und nun steht ihrer Hochzeit mit Amor nichts mehr im Wege.

Der Film zum Theaterstück:
Zum Theaterstück wurde eine passende DVD erstellt. Wenn Sie Interesse am Film haben, wenden Sie sich bitte an den Kultur- und Förderkreis Burg Altweilnau e.V. Telefon: 06083.94 02 80