Torturm

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Alten Unterlagen zu Folge verfügte die Burganlage über insgesamt sieben Türme. Der gotische Torturm aus dem Jahre 1340 mit seinem steilen Walmdach aus Schiefer gehörte zu diesen Türmen und hatte die Funktion eines Stadt- bzw. Burgtores, da Altweilnau nur für 9 Tage Stadtrechte besaß. Jeder der nach Altweilnau wollte, musste durch dieses Tor. Mit seiner Höhe von 26 m und einer Breite von 7 m ist er gepaart mit der Burgruine das markante Merkmal unseres Ortes.

Der Torturm verfügt über drei Ebenen und ist nur selten zu besichtigen. In der unteren Ebene ist der typische Innenputz aus getrocknetem Stroh, Dung und Mist noch zu erkennbar. In der Decke der Tordurchfahrt befindet sich eine Öffnung, durch die man früher über eine Leiter in die Tordurchfahrt gelangte. Ebenfalls durch diese Öffnung führte ein langer Strick, mit dem die Glocke geläutet wurde. Die Bänke an den Fenstern in der zweiten Ebene und auch ein Kaminabzug sind heute noch gut erhalten. Einige hundert Jahre früher war dies der Aufenthaltsraum für die wachhabenden Soldaten oder Burgmannen. In alten Kellereirechnungen ist zu lesen, dass auch ein Turmbläser in diesem imposanten Gebäude wohnte.

In der obersten Ebene hängt eine kleine Marienglocke, die neben dem Einläuten von Tag, Nacht und Mittagszeit noch bis mindestens 1861 zu den Gottesdiensten und Gebetszeiten für die nahegelegene Katharinenkapelle geläutet wurde. Immer wieder gab es dazu Auseinandersetzungen mit den nach Altweilnau pfarrenden Dörfern. Schließlich wollten diese nicht für den Unterhalt des Torturms und der darin befindlichen Glocke aufkommen.