Schloss Neuweilnau

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Durch Erbauseinandersetzungen in der Familie der Grafen von Weilnau wird am 22.Juni 1302 vertraglich festgelegt, das eine neue Burg in der Art der alten Burg Weilnau binnen einem Jahr (!!!!) zu errichten sein. Heute fällt es schwer zu glauben, dass diese Leistung vollbracht wurde, doch in einer Übergabeurkunde von 1303 wird bestätigt, dass die Burg bezugsfertig sei und Burgmannen von Altweilnau mit nach Neuweilnau ziehen konnten.

Bereits 1326 wird die Burg aufgrund zu geringer Einkünfte verpfändet und gelangt so in den Besitz des Grafen von Nassau- Weilburg.

Zwischen 1506 – 1513 wird der Bau eines schlichten, im Renaissance Stil errichteten Schloßgebäudes durch den Grafen Ludwig von Nassau- Weilburg vorangetrieben. Aus dieser Zeit gibt es bereits Aufzeichnungen über Rechnungen eines Kachelofens und Fenster. Die Blütezeit des Schlosses fällt in die Regierungszeit von Philipp III von Nassau ( 1523 - 1595), der seine Regierungsgeschäfte sogar direkt nach Neuweilnau verlegte, da das Stammschloß in Weilburg baufällig wurde.

Es folgt der Bau des Torhauses 1563 – 1566 durch Philipp IV.  Im unteren rechten Gebäudeteil wurde die Kanzlei (Amtsräume) untergebracht, von dort aus verwalteten die Grafen das gesamte Usinger Land. Durch den Umzug des Grafen 1574 nach Saarbrücken, folgt der Niedergang von Ort und Schloss zum Flecken und es folgt ein weiterer Verfall durch und im 30 jährigen Krieg. So heißt es, das 1640 lediglich 4 Häuser in Neuweulnau bewohnt sind. Vom Schloss stehen nur noch die Aussenmauern. 1783 wird das Gebäude als Scheune genutzt und ein Umbau zur Kirche wird angedacht. In den folgenden Jahren folgen Ausbesserungsarbeiten am Schloss und in den folgenden Jahrhunderten wird das Schloß gelegentlich als Jagdschloss genutzt.

Heute sind nur noch einzelne Mauerabschnitte sowie Mauertürme der alten Burg erhalten. Anders als in Altweilnau, wo der Bergfried noch gut erhalten ist, wurde in Neuweilnau 1709 der Bergfried von "Steuerschuldnern" durch ihre Arbeits- und Muskelkraft abgetragen.

Ab 1816 wird das Schloss Sitz der Herzoglich Nassauischen Oberförsterei Neuweilnau; mit dem Übergang Nassaus an Preußen 1866 wird Neuweilnau 1867 Preußische Oberförsterei.
In dieser Funktion wurde das Gebäude von grundauf renoviert und im Laufe der Zeit  den Bedürfnissen als Behördensitz und Wohngebäude angepaßt. Hessen Forst, Forstamt Weilrod nutzt seit über 190 Jahren das Schloß.

Ein gut erhaltener Brunnen mit knapp 20 m Tiefe führt auch heute noch zu jeder Jahreszeit Wasser, genauso wie der Schloßgraben, vor dem Torgebäude. Dies ist auf geologische Gründe zurückzuführen, da der Schiefer in diesem Bereich vertikal gelagert ist und in der Schichtung Wasser mit sich führt. Der Gewölbekeller diente in vergangenen Jahrhunderten als Weinkeller und Vorratsraum, heute kann man ihn und das Schloss für Veranstaltungen mieten. Nähere Auskünfte erhalten Sie über das Forstamt, Herrn Thomas Götz, Telefon 06083- 9132-0.

Impressionen vom Schloss Neuweilnau