Landstein

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Auf dem Gebiet des heutigen Ortsteils Altweilnau liegt die Wüstung Landstein. An der Einmündung des Niedgesbaches in die Weil gelegen, entwickelte sich eine kleine Ortschaft, die um 1350 erstmalig erwähnt und 1480 urkundlich erwähnt wurde. Um 1515 entwickelte sich der Ort zum lokalen Wallfahrtsort. Aber bereits 1535 wird die Pfarrei aufgehoben und 1556 ist eine Teilwüstung belegt. Die ehemalige Wallfahrtskirche “Unserer lieben Frau zu Landstein“ wurde zerstört und nicht wieder aufgebaut. Die Steine wurden abgetragen und für den Bau der Hugenottenkirche in Usingen verwendet. Erhalten ist die Ruine des Westturms mit zwei seitlichen zweigeschossigen Nebenräumen. Heute findet sich die Kirchturmruine neben der Landsteiner Mühle (heute Gasthof).
Im schmucken Fachwerkgebäude, das jahrhundertlang eine Mahlmühle barg, lässt sich im Inneren noch gut das uralte mächtige Gebälk erkennen. Die Landsteiner Mühle blickt auf eine über 500 Jahre alte ereignisreiche Geschichte zurück. Erstmalig belegt durch eine Urkunde von Gottfried IX. von Eppstein vom 21. Juni 1500. Die alte Mühle erlebte Entstehung, Blüte und Zerstörung des Dorfes Landstein mit Gericht und Markt.
1957 wurde der Mühlenbetrieb schließlich eingestellt und die Landsteiner Mühle als Gaststätte betrieben. Die Nachfahren des letzten Müllers Busch, die hier über viele Generationen die Mühle betrieben, leben heute noch auf dem Landstein. Die Wasserversorgung der Landsteiner Mühle wurde früher durch den künstlich angelegten Meerpfuhl gesichert.