Sommerfest an der Erbismühle

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Besser konnte das Motto des Sommerfestes an der Erbismühle nicht umgesetzt werden: von und mit unseren Flüchtlingen.
Die etwa 200 Flüchtlinge der Erbismühle sowie die zahlreichen Gäste, die gekommen waren, erlebten einen sonnigen lagen Tag mit viel Engagement von allen Seiten, mit Freude und gegeseitiger Wertschätzung.

Flüchtlinge, Ehrenamtliche und die Sozialarbeiterin arbeiteten Hand in Hand.

Morgens um neun Uhr begann der Aufbau von Tischgarnituren, Buffet, Grill- und Getränkestand unter Mithilfe der Flüchtlinge. Aus den Unterkünften Weilrods in Riedelbach und Emmershausen kamen mit Fahrdiensten die ersten Gäste, alle in festlich bunter Kleiung, teiweise in Landestracht, schön anzusehen.

Das schön fürs Auge ansprechende Buffet war eine bunte Mischung traditioneller Speisen vieler Länder: afghanische, syrische, irakische, somalische, eritreische und äthiopische Frauen hatten in den Küchen ihrer Hoteletagen gekocht, gebraten, gebacken, garniert und von einigen Ehrenamtlichen wurde die deutsche Küche vertreten. Mit kleinen Schildern auf dem Buffet war die Landeszugehörigkeit der Gerichte gekennzeichnet.

Das Programm begann mit einer Band aus Weilrod zur Einstimmung, die gute Laune verbreitete und die Gäste mischten sich an verschiedenen Plätzen im Gelände. Nach und nach kamen viele Weilroder, manche für den kurzen Rundgang, andere für Stunden. In großen und kleinen Gruppen saßen geschätzt zwischen 200 und 300 Menschen an Tischen und Bänken in Nähe der Musikgruppe und des Buffets oder im Schatten unter Bäumen, auf der Wiese und am Rande des Fußballfeldes.

Parallel zum Unterhaltungsprogamm fand ein von Rainer Brechtel und Helfern organisiertes Fußballturnier statt, dass Spielern und vielen Zuschauern großen Spaß bereitete. Sechs Mannschaften, zusammengestellt aus verschiedenen Flüchtlingsgruppen und einer deutschen Mannschaft, spielten gegeneinander. Das Endspiel um den Sommerfestpokal bestritten der FC Syria, Jugendliche vornehmlich aus Jugendwohngruppen in Hunoldstal und Usingen, und der FC Chelsea, eine hauptsächlich aus afghanischen Spielern bestehende Mannschaft.
Bei großer  Hitze, die den engagierten Spielern und dem Schiri alles abverlangte, nahm das Turnier einen sehr fairen Verlauf.
Zwischendurch musste der Ball einige Male aus der Weil gefischt werden.
Den goldglänzenden Pokal hielt am Ende die Mannschaft des FC Chelsea in Händen, die das ausgelassenen zu afghanischer Musik feierte.
Während die Musikgruppen auftraten und Fußball gespielt wurde,  fanden auf der Wiese verteilt Kinderspiele statt: Malen, Schminken, Schubkarren fahren, Bewegungsspiele, die Kinder waren mit viel Freude dabei. In einem anderen Bereich des Geländes zeigte ein Zauberer seine Kunststücke, die kräftig beklatscht wurden. 

Ein Highlight für die Flüchtlinge waren die beiden Musikgruppen aus Frankfurt: eine syrische Band und eine afghanische Band brachten den Flüchtlingen nicht nur ein Stück Kultur, sondern auch ein Stück Heimat in den Taunus. Das zeigte sich an der Freude, mit der die Männer ihren traditionellen Tanz zu den ihnen vertrauten Rhythmen vollführten. 

Weitere Vielfalt im Programm  boten zwischen den Darbietungen der beiden Bands eine Gruppe des  Altweilnauer Frauenchors und der Posaunenchor  mit einigen  Einlagen, die die harmonische Stimmung untermalten.

Das Gelände um die Erbismühle herum erwies sich als ideal zum Feiern mit vielen Leuten.
Der Tag war gelebtes Miteinander, das zeigte: es sind gemeinsam Freude und Spaß möglich in kultureller Unterschiedlichkeit und Andersartigkeit. Ein gegenseitiges voneinander Lernen in gegenseitiger Toleranz und Achtung ist bereichernd für alle.
Musik, Spiel und Sport haben dazu beigetragen.
Es war ein schöner Tag.

Ohne das  große Engagement und den unermüdlichen Einsatz von Helga Wiegand und ihren vielen Helfern wäre das Fest nicht möglich gewesen, dafür ist ihnen zu danken.
 
Sylvia Rosenkranz-Hirschhäuser

Eine Auswahl von Bildern finden Sie nachfolgend. Eine Gesamtsicht finden Sie hier.